Equipment- und Ersatzteilverfügbarkeit: Warum Stillstände früher beginnen – cts Group Blog
Dirk Ruhstein
Dirk Ruhstein, AdoptSMT
Product Manager, Sales Engineer & Production Consultant · · 7 Min. Lesezeit
Gastbeitrag Dieser Beitrag stammt von unserem Partner AdoptSMT. Der Auftritt beider Unternehmen auf der EFX 2026 steht unter dem Leitgedanken „Uptime is a team effort".

Equipment- und Ersatzteilverfügbarkeit: Warum Maschinenstillstände oft früher beginnen als gedacht

Wenn eine SMT-Linie ungeplant stillsteht, richtet sich der Blick zuerst auf die Maschine. Dabei kündigt sich ein Ausfall meist lange vorher an – durch Verschleiß, der im Alltag kaum auffällt. Ein Blick auf die Komponenten, die sonst wenig Aufmerksamkeit bekommen.

Wenn eine SMT-Linie ungeplant stillsteht, richtet sich der Blick meist zuerst auf die Maschine. Dabei beginnt ein Ausfall nur selten mit einem plötzlichen Defekt. Viel häufiger kündigt er sich schleichend an – durch steigenden Verschleiß, nachlassende Prozessstabilität oder kleine Auffälligkeiten, die im Produktionsalltag zunächst kaum ins Gewicht fallen.

Genau darin liegt die Herausforderung. Während ein Maschinenausfall sofort sichtbar ist, bleiben die eigentlichen Ursachen oft lange unbemerkt. Erst wenn sich Pick-Fehler häufen, die Druckqualität nachlässt oder Maschinenstopps zunehmen, wird gehandelt. Dabei hätten viele dieser Ausfälle bereits deutlich früher vermieden werden können.


Verschleiß zeigt sich selten von heute auf morgen

Feeder und Nozzles gehören zu den am stärksten beanspruchten Komponenten einer SMT-Linie. Sie arbeiten über viele Produktionsstunden zuverlässig, bevor erste Verschleißerscheinungen auftreten. Diese machen sich meist nicht durch einen plötzlichen Ausfall bemerkbar, sondern durch kleine Veränderungen im Prozess.

⚠ Wie sich Verschleiß ankündigt

Die Mis-pick-Rate steigt, Bauteile werden nicht mehr sauber aufgenommen oder positioniert, automatische Wiederholungen nehmen zu. Was zunächst wie eine Unregelmäßigkeit aussieht, entwickelt sich schnell zu Tape-Jams, Fehlplatzierungen oder ungeplanten Maschinenstillständen. Häufig wird die Ursache an der Bestückmaschine gesucht, obwohl der eigentliche Auslöser ein verschlissener Feeder oder eine beschädigte Nozzle ist.

Nicht jede Störung hat ihre Ursache also in der Maschine selbst. Auch scheinbar kleine Komponenten an anderen Stationen beeinflussen die Prozessqualität unmittelbar:

Bestückung

Feeder & Nozzles

Am stärksten beansprucht. Zeigen Verschleiß über steigende Mis-pick-Rate, unsaubere Aufnahme und zunehmende Wiederholungen – nicht durch plötzlichen Ausfall.

Druck

Schablonendruck

Verschlissene Rakelblätter, ungeeignetes Reinigungsmaterial oder unzureichende Pflege der Rahmenaufnahme wirken sich unmittelbar auf das Druckbild aus.

Handling

Leiterplattenhandling

Störungen entstehen häufig durch falsch eingestellte Übergänge oder Breitenverstellungen – oft unterschätzt, weil sie nicht als „Maschinenfehler" erscheinen.

Die Ursache liegt selten dort, wo der Stopp auftritt. Der sichtbare Maschinenstopp und die eigentliche Ursache fallen oft auseinander. Wer nur die Maschine prüft, übersieht die Komponente dahinter.

Ersatzteile sind Teil der Prozesssicherheit

Bei Ersatzteilen wird häufig zwischen Originalteilen und Aftermarket-Komponenten unterschieden. Für den Produktionsprozess ist jedoch eine andere Frage entscheidend: Erfüllt das eingesetzte Teil dauerhaft die geforderte Qualität?

Die eigentliche Frage ist nicht OEM oder Aftermarket. Hochwertige Alternativen können durchaus auf dem Niveau von Originalteilen arbeiten – vorausgesetzt, sie wurden sorgfältig geprüft und unter realen Bedingungen bewertet. Eine zuverlässige Ersatzteilversorgung bedeutet deshalb nicht, möglichst günstig einzukaufen, sondern auf Komponenten zu setzen, die langfristig stabile Prozesse ermöglichen.


Wartung beginnt nicht erst beim Maschinenstillstand

Eine gute Ersatzteilstrategie verfolgt das Ziel, Ausfälle gar nicht erst entstehen zu lassen. Dazu gehört, kritische Komponenten rechtzeitig verfügbar zu halten und Wartungsmaßnahmen vorausschauend zu planen.

Hilfreich sind dabei Kennzahlen wie die Mis-pick-Rate oder die Anlagenperformance. Sie liefern Hinweise darauf, wann sich der Zustand einzelner Komponenten verändert und ein Austausch sinnvoll wird.

Bewährt: das Rotationsprinzip. Bei Feedern oder Bestückköpfen hält man eine einsatzbereite Austauscheinheit vor. Während eine Baugruppe überholt wird, steht die Ersatzeinheit bereits zur Verfügung. So lassen sich Wartungszeiten deutlich verkürzen und ungeplante Stillstände vermeiden.

Fazit

Hohe Anlagenverfügbarkeit entsteht nicht erst dann, wenn eine Maschine zuverlässig läuft. Sie beginnt deutlich früher – mit der regelmäßigen Wartung, einer durchdachten Ersatzteilstrategie und dem Blick auf die Komponenten, die im Alltag oft wenig Aufmerksamkeit erhalten.

Wer Verschleiß frühzeitig erkennt und konsequent handelt, verhindert viele Störungen, bevor sie den Produktionsprozess beeinträchtigen. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einer Anlage, die lediglich funktioniert, und einer Fertigung, die dauerhaft stabil produziert.

Wie sieht Ihre Ersatzteilstrategie aus?

AdoptSMT unterstützt bei Ersatzteilen, Feeder-Service und refurbished Equipment – damit kritische Komponenten verfügbar sind, bevor sie zum Stillstand führen.

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